State of Decay (Review)

Weil ich sonst nirgends ein Review in der deutschen Spielebloglandschaft gefunden habe, mache ich mir halt selbst die Mühe ein paar Zeilen zum Zombiesurvivalhorrorspiel zu verfassen.

State of Decay

Als erstes konnte ich feststellen, dass ich auf Twitter den Release und die anschließenden Lobeshymnen durchaus mitbekommen habe. Ich war leicht angehyped muß ich zugeben, was bei dem Spiel, das für mich wie aus dem Nichts erschien schon außergewöhnlich ist.

Um was gehts?

Das ist schnell erklärt, es handelt sich um ein Open-World-Zombie Spiel. Wobei es sich aber um ein kleines Areal handelt, was mir sehr entgegenkommt, weil ich nicht so der akribische Levelabsucher bin, sondern es durchaus mal kompakt sein darf. State of Decay erfüllt hier meine Ansprüche, ich finde mich schnell in der Spielwelt zurecht.

Der Clou überhaupt und mit dieser Beschreibung hatte mich das Game sofort gepackt: Die ganze Welt simuliert sich selbst, alles hat Konsequenzen und Deine Entscheidungen können sich das ganze Spiel über positiv oder negativ auswirken. Ist ein Ort beispielsweise nach Nahrung abgesucht und geplündert, dann wächst da nichts mehr nach, bzw. spawnt auch nichts mehr. Mit den Autos ist dies ebenfalls so. Einmal kaputt, Mobilität ade. Wobei ich nie in die Verlegenheit kam das Spiel zu Fuß zu absolvieren, es gibt echt genügend Fahrzeuge.

Watching

Auskundschaften ist wichtig

Das klingt toll, das gefällt mir und trifft meinen Geschmack. Aber beim genaueren Hinsehen ist das trotzdem nur eine sich selbstsimulierenden Welt -light-. Zumindest kam es mir nie so vor, als hätte ich größtenteils Anteil daran was passiert oder dass verschiedene Ereignisse nur deswegen passieren, weil ich jetzt eine Baustelle gelootet habe. Das ist Makulatur.

Sicher muß man in seinem aufgeschlagenen Lager dafür sorgen die täglichen Rationen, Essen, Munition, Medikamente, Benzin oder Baumaterialien aufzustellen und zu managen. Das witzige, auch wenn man die Konsole ausschaltet gehts im Spiel selber weiter. Hat sich mir dann nicht ganz erschlossen, bzw. wie siehts aus, wenn man 2 Monate nicht spielt? Game Over? Ich habs noch nicht getestet.

Desweiteren ist man auch für die Erweiterung seines Basislager zuständig oder man zieht einfach um, was aber nur unter der Voraussetzung klappt, dass man genügend Menschen um sich scharrt (nicht verscharrt) und eine gewissen Anzahl an Baumaterialien aufgefüllt hat. Das ist die Grundlage für einen schon aus mehreren Spielen bekannten Basiswechsel.

Bei allen Zombiespielen interessiert mich immer, wie sind diese zu besiegen, wie leicht oder schwer ist es einen einzelnen oder eine Gruppe abzuschlachten? Ich sag mal ein Einzelner oder ein paar mehr stellt mit ausreichend aufgefüllter Ausdauerleiste und durchschnittlicher Bewaffnung kein Problem dar. Zu Fuß gegen eine ganze Zombieherde wirds schwer, hier empfehle ich ein Auto. Auch gibt es ganz fette Zombies, hier ist dringend die Schußwaffe zu betätigen, sonst zerreißt er Dich und Du bist tot.

Fettes Ding

Er kommt und holt Dich

Apropo Tot.

Stirbt Dein Charakter, dann verschwindet der für immer. Was ich hammergeil finde und das gibt dem Spiel nochmal richtig Brisanz. Ich skille nämlich meine spielbaren Charaktere und damit geh ich dann on Tour und diese wachsen mir ans Herz. Verliere ich da einen, bin ich stinksauer, aber das macht nichts, das hebt das Spiel auf eine ganz andere Ebene.

Auf Dauer kann sich auch ein gewisser Stressfaktor ergeben, weil man eben noch zu einem Supermarkt wollte um sich dort umzusehen, da kommt schon über Funkspruch rein, dass jemand aus dem Camp vermisst wird. Das wechselt sich leider schlecht ab und das Spiel schafft es leider nicht ein richtiges Timing zu setzen.

Auch sollte man nicht auf Glitches oder Grafikfehler achten. Das kommt vor, als sei das Spiel in einer Beta-Version. Ich bin zum Glück verschont geblieben von hängengebliebenen Hauptcharakteren. Selbst manche Missionen werden nicht richtig getriggert, so dass ich zwar an einem Zombieinfektionsherd stand, aber nichts passierte.

Das sind die Schwächen, die hoffentlich mal per Patch behoben werden, aber im Gesamtbild und für diesen günstigen Preis (1.600 MS Punkte) ist State of Decay auf jeden Fall ein Erlebnis wert.