GTA V

Es war schon spät am Samstagabend im September 2013. Einige Biere sind geflossen, Schalke wurde zu Hause 0:4 von den Bayern zerlegt und die Stimmung könnte besser nicht sein im Keller, wo es jetzt aussieht wie im Kino, mit HD-Beamer. Meine scheiss Grippe hängt mir immer noch nach und auch der Rauch tut meiner Stimme nicht gut. Aber was solls. Die Xbox hab schließlich ich mitgebracht und nach dem Fußball wollten wir mit selbiger und weiteren Bieren noch richtig einen drauf machen.

Bevor das Spiel Schalke gegen Bayern überhaupt losging haben der Franky und ich uns in NBA2K mit den Dallas Mavericks schonmal gründlich blamiert. Naja, wenn man so lange nicht im Team spielt, dann reißt man einfach nix. Da muß man schon vorher richtig trainieren. Einfach so aus dem Handgelenk, da wird das nix mit den Dreiern. (Apropos Dreier, der Computer hat uns beschissen, immer wenn wir trafen bekamen wir keine 3 Punkte gutgeschrieben. Aber anderes Thema.)

Mir gings um das erste Mal HD-Beamer auf einer riesigen Leinwand. Das hat schon was, auch wenn es ein älteres NBA(2K11) war, aber die Grafik von dieser 2K Basketballreihe ist schon seit jeher atemberaubend, darum macht das nichts.

Break

Wie gesagt, das Fußballspiel spricht ja für sich und paar Bier mehr sorgen sicherlich dafür, dass keiner ungriabiger wird. Nein. Jetzt will man was auf der großen Leinwand spielen. Selber vorallem.

Ruhe, jetzt wird gezockt

Ruhe, jetzt wird gezockt

Dem Dirty hab ich versprochen GTA V reinzulegen. Nach meinen Lobeshymnen müssen nun Beweise folgen. Klar sagte er, ihm gefällts, als er gerade etwas außerhalb von Los Santos einen Berg hochheizt, nur um entgegenkommende Motorradfahrer an der Weiterfahrt zu hindern und sich selbst deren Maschine anzueignen. Das bei der anschließenden Fahrt mit der gestohlenen Motorcrossmaschine er gefährlich durch die Bezaunung brettert, einen Hang herrunterfällt und dabei stirbt sorgt für allgemeines Gelächter. Haha. Don’t drink and Drive.

Taktiker ist richtig böse

Taktiker ist richtig böse

Wer virtuell das Zeitliche segnet, der muss den Controller abgeben. Franky ist an der Reihe, findets saustark, spielt aber ansonsten selten Spiele und kommt im allgemeinen mit der Steuerung nicht ganz so zurecht. Was ihn nicht daran hindert, bevor er selbst von Polizeikugeln durchsiebt wird, noch unschuldige Passanten mit seiner Uzi in den Tod zu reissen. Wasted!

Nun aber. Fritzerl ist an der Reihe, spielt auch selten Spiele, besitzt weder Konsole noch PC, hat aber ein Faible für schnelle Autos und ist auch ganz begeistert von der offenen Spielwelt und den Freiheiten die es in GTA gibt. Das wahllose rumgeballer will er daher erstmal sein lassen. Ihm reicht die Erklärung wie man ein Auto klar macht. („Fritz, DRÜCK die Y-Taste, „Fritz, der GELBE BUTTON!!!) Fahren kann er, dass hat er in diversen Rennspielen schon bewiesen und es fällt ihm auch hier nicht schwer.

Gratis spielen, bei Media Markt

Gratis spielen, bei Media Markt

Ich stelle fest, dass man grundsätzlich schnell 2 Sterne (von max. 5) auf dem Fahndungslevel erreicht, aber sich deshalb vor den (aggressiven) Cops gleich in die Hose zu machen, das brauchts nicht. Ne, sogars Fritzerl kann sich ohne Probleme auf der Straße halten, steigt in einen Kleinlaster um und fährt mehr oder weniger den Cops davon. Dass er die Y-Taste drückt um auszusteigen und sich quasi bei voller Fahrt aus dem Laster in den Gegenverkehr stürzt und dabei seinen Verletzungen erliegt, wird mit hämischen Gelächter quittiert. Game Over.

Controllerwechsel.

Lothar ist an der Reihe. Er ist vertraut mit Konsolen, spielt aber selber meistens nur Fifa. Als ich ihm aber von Strip Clubs und West Coast Classics erzähle will auch er ganz schnell spielen. „Wo ist so ein Strip Club?“, „Wie komm ich da hin?“. Einen Marker auf den Stöckelschuh(?) gesetzt und schon kann er losfahren. Ganz brav und nur ein paar kaputte Straßenlaternen und Hydranten später stehen wir schon vor dem Etablissement. Er sagt, er will sich jetzt aber aufs Spiel konzentrieren und ich soll weitermachen. Ganz der Voyeur also.

Die Map... selbstverständlich größer als die Sonne

Die Map… selbstverständlich größer als die Sonne

Für ein kleines Zwischengelächter sorge ich, als ich großspurig ankündige, erstmal meinen Bankaccount zu checken. 275.000 $ zeigt mir der ATM im Club an, da dürfte doch ein Lapdance drin sein. Jetzt wirds etwas unruhig im Spielekeller, weil mir keiner so richtig glauben mag, dass das geht? („Gibts ja nicht!“, „Verarsch uns doch nicht!“) Für mich verwunderlich, weil das doch genau die GTA Spielereihe ausmacht. Zum Glück hab ich nichts von Foltern erzählt.

Aber zurück zu den Nutten. Erstmal stell ich mich ganz gekonnt ans Geländer und beschmeisse das Mädel, das sich an der Tanzstange abmüht, mit Geldscheinen. Das wird aber auf Dauer zu langweilig und wir suchen uns Eine zum Privatdance aus. 40$ ist ja geschenkt. Jetzt darf ich in eine Kabine gehen und die Lady gibt ihr bestes und meine Freunde packens nicht mehr. Lustig ist noch, dass ich jederzeit grabschen kann, ich mich nur nicht vom Türsteher erwischen lassen darf.

Ich hatte als Erster das Spiel

Ich hatte als Erster das Spiel

Unter großem Gestaune verlasse ich aber den Club und ich erzähle, dass man jetzt auch die großen Flugzeuge fliegen kann. Also keinen Hubschrauber, keine Propellermaschine, keinen Jet. Nein, das richtig große Ding. Ein Passagierflugzeug.

Wo es die gibt? Ist klar: Los Santos International. Da muss ich dann völlig irre aufs Rollfeld fahren und möglichst schnell nen Flieger klarmachen, bevor ich von den Cops niedergemäht werde. Das ist die Devise und es klappt vorzüglich. Ich steuere die große 747. Ein etwas holpriger Start, aber nun bin ich zur Verblüffung aller in der Luft. Da dann weiterzufliegen hat sich irgendwie keiner rangetraut. Souverän lande ich noch im Hinterland auf dem kleinen Flugplatz. Tja, nach ein paar Bier bin ich sogar selbst über mich erstaunt, muß aber dann zugeben, dass es am Spiel liegt, welches wirklich nicht schwer zu spielen ist.

Die Schönheit von Selbstportraits

Die Schönheit von Selbstportraits

Soweit zu GTA V. Extra für diesen Spielabend habe ich mir auch noch das nicht ganz veralterte Wrestling gekauft. Dachte, es sorgt für Belustigung, wenn sich 4 Leute als Macho Man, Hulk Hogan, Warrior oder Der Undertaker verdreschen. Wars aber dann irgendwie nicht. Buttongesmashe und keiner wußte so recht was er tut. So verlief das erste 4er Match im jeder gegen jeden Modus auf eine Disqualifikation vom Fritzerl (als Undertaker) raus, der verbotener Weise mit dem Stuhl den Warrior bearbeitet hat. Aus. Das wars. Auch für dieses Spiel.

Alles aufgeben nur für das Eine

Alles aufgeben nur für das Eine

Ein Indiespiel zur Vorstellung hatte ich auch auf dem Schirm. Das überaus bei jedem beliebte Castle Crashers wollte ich im 4er Coop einweihen. Bisher hatte ich immer nur das Vergnügen zu zweit zu spielen und ich fands ganz cool. Jetzt mit 4 Leuten auf Bierlaune, da kann doch nichts schief gehen oder?

Aber auch hier wollte das Spiel nicht zünden. Keiner konnte sich begeistern dafür, ja es wurde sogar doof gefunden. Was ich persönlich schade fand.

Gut, zurück zu Fifa. Da kann man nichts falsch machen, gemeinsam (zu viert) gegen den Computer jubeln oder leiden, das hat an dem Abend nach GTA am meisten Spaß gemacht.

Wir sind halt aus einfachem Holz.

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State of Decay (Review)

Weil ich sonst nirgends ein Review in der deutschen Spielebloglandschaft gefunden habe, mache ich mir halt selbst die Mühe ein paar Zeilen zum Zombiesurvivalhorrorspiel zu verfassen.

State of Decay

Als erstes konnte ich feststellen, dass ich auf Twitter den Release und die anschließenden Lobeshymnen durchaus mitbekommen habe. Ich war leicht angehyped muß ich zugeben, was bei dem Spiel, das für mich wie aus dem Nichts erschien schon außergewöhnlich ist.

Um was gehts?

Das ist schnell erklärt, es handelt sich um ein Open-World-Zombie Spiel. Wobei es sich aber um ein kleines Areal handelt, was mir sehr entgegenkommt, weil ich nicht so der akribische Levelabsucher bin, sondern es durchaus mal kompakt sein darf. State of Decay erfüllt hier meine Ansprüche, ich finde mich schnell in der Spielwelt zurecht.

Der Clou überhaupt und mit dieser Beschreibung hatte mich das Game sofort gepackt: Die ganze Welt simuliert sich selbst, alles hat Konsequenzen und Deine Entscheidungen können sich das ganze Spiel über positiv oder negativ auswirken. Ist ein Ort beispielsweise nach Nahrung abgesucht und geplündert, dann wächst da nichts mehr nach, bzw. spawnt auch nichts mehr. Mit den Autos ist dies ebenfalls so. Einmal kaputt, Mobilität ade. Wobei ich nie in die Verlegenheit kam das Spiel zu Fuß zu absolvieren, es gibt echt genügend Fahrzeuge.

Watching

Auskundschaften ist wichtig

Das klingt toll, das gefällt mir und trifft meinen Geschmack. Aber beim genaueren Hinsehen ist das trotzdem nur eine sich selbstsimulierenden Welt -light-. Zumindest kam es mir nie so vor, als hätte ich größtenteils Anteil daran was passiert oder dass verschiedene Ereignisse nur deswegen passieren, weil ich jetzt eine Baustelle gelootet habe. Das ist Makulatur.

Sicher muß man in seinem aufgeschlagenen Lager dafür sorgen die täglichen Rationen, Essen, Munition, Medikamente, Benzin oder Baumaterialien aufzustellen und zu managen. Das witzige, auch wenn man die Konsole ausschaltet gehts im Spiel selber weiter. Hat sich mir dann nicht ganz erschlossen, bzw. wie siehts aus, wenn man 2 Monate nicht spielt? Game Over? Ich habs noch nicht getestet.

Desweiteren ist man auch für die Erweiterung seines Basislager zuständig oder man zieht einfach um, was aber nur unter der Voraussetzung klappt, dass man genügend Menschen um sich scharrt (nicht verscharrt) und eine gewissen Anzahl an Baumaterialien aufgefüllt hat. Das ist die Grundlage für einen schon aus mehreren Spielen bekannten Basiswechsel.

Bei allen Zombiespielen interessiert mich immer, wie sind diese zu besiegen, wie leicht oder schwer ist es einen einzelnen oder eine Gruppe abzuschlachten? Ich sag mal ein Einzelner oder ein paar mehr stellt mit ausreichend aufgefüllter Ausdauerleiste und durchschnittlicher Bewaffnung kein Problem dar. Zu Fuß gegen eine ganze Zombieherde wirds schwer, hier empfehle ich ein Auto. Auch gibt es ganz fette Zombies, hier ist dringend die Schußwaffe zu betätigen, sonst zerreißt er Dich und Du bist tot.

Fettes Ding

Er kommt und holt Dich

Apropo Tot.

Stirbt Dein Charakter, dann verschwindet der für immer. Was ich hammergeil finde und das gibt dem Spiel nochmal richtig Brisanz. Ich skille nämlich meine spielbaren Charaktere und damit geh ich dann on Tour und diese wachsen mir ans Herz. Verliere ich da einen, bin ich stinksauer, aber das macht nichts, das hebt das Spiel auf eine ganz andere Ebene.

Auf Dauer kann sich auch ein gewisser Stressfaktor ergeben, weil man eben noch zu einem Supermarkt wollte um sich dort umzusehen, da kommt schon über Funkspruch rein, dass jemand aus dem Camp vermisst wird. Das wechselt sich leider schlecht ab und das Spiel schafft es leider nicht ein richtiges Timing zu setzen.

Auch sollte man nicht auf Glitches oder Grafikfehler achten. Das kommt vor, als sei das Spiel in einer Beta-Version. Ich bin zum Glück verschont geblieben von hängengebliebenen Hauptcharakteren. Selbst manche Missionen werden nicht richtig getriggert, so dass ich zwar an einem Zombieinfektionsherd stand, aber nichts passierte.

Das sind die Schwächen, die hoffentlich mal per Patch behoben werden, aber im Gesamtbild und für diesen günstigen Preis (1.600 MS Punkte) ist State of Decay auf jeden Fall ein Erlebnis wert.